Das Schlichtungsinstitut

Das schwedische Schlichtungsinstitut [Medlingsinstitutet] ist die Zentralbehörde für Schlichtungsverfahren in Arbeitskonflikten. Organisatorisch ist es dem Arbeitsministerium [Arbetsdepartementet] zugeordnet. Gemäß seinen drei Hauptaufgaben soll es: Arbeitskonflikte schlichten, auf eine gut funktionierende Lohnbildung hinwirken und die offizielle schwedische Lohnstatistik führen.

Das Institut beruft Schlichter, wenn es bei Tarifgesprächen über Löhne und Beschäftigungsbedingungen zu Konflikten zwischen den Tarifparteien kommt.

Die Schlichter bringen gewöhnlich Erfahrungen als Verhandlungsführer bei einer der Tarifparteien ein, also einer Gewerkschaft oder einem Arbeitgeberverband.

Das Institut setzt sich für eine gute funktionierende Lohnbildung ein. Das heißt: Die Lohnbildung soll zu Reallohnsteigerungen und höherer Beschäftigung führen sowie Veränderungen von Lohnrelationen zwischen verschiedenen Arbeitnehmergruppen ermöglichen.

Gut funktionierende Lohnbildung ist damit vereinbar, dass die dem Wettbewerb ausgesetzte Wirtschaft (Exportsektor) die Normen der Lohnsteigerungen festlegt und dass die Kosten der schwedischen Industrie nicht stärker ansteigen als die in den mit Schweden konkurrierenden Ländern.

Das Institut tauscht sich in regelmäßigen Kontakten und Beratungen mit den Tarifparteien aus. Mehrmals jährlich informiert es die Parteien über die Bedingungen der Lohnbildung. Hinzu kommen einschlägige Berichte und Handbücher – alles mit dem Ziel, die Lohnbildung in die gewünschte Richtung zu lenken.

Das Institut ist seit 2001 zuständig für die offizielle Lohnstatistik des Landes. Erhoben werden die Angaben des Statistiska centralbyrån [Zentralamt für Statistik]. Aufgabe des Instituts ist es, im Einvernehmen mit sonstigen Abnehmern statistische Angaben heranzuziehen, die den Interessen dieser Abnehmer dienen.

Das Institut hat seine Tätigkeit im Jahr 2000 aufgenommen und beschäftigt heute neun Mitarbeiter. Es hat die Staatliche Schlichtungsstelle abgelöst, deren Aufgabe es ebenfalls war, Schlichter einzusetzen.

Die Zuständigkeit der Schlichter damals und heute unterscheidet sich darin, dass die Schlichter nicht mehr wie früher Abschlüsse vorschlagen dürfen auf einem Niveau, das über der Norm der im industriellen Bereich geschlossenen Tarifverträge liegt.

Gesetzlich geregelte Schlichtung gibt es in Schweden seit 1906.